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Wir hatten ursprünglich
nicht vor, Musik auf so hohem Niveau zu produzieren.
Das war nicht geplant, das ist einfach so gekommen.
Menschen, die in
der Lage sind, selber zu komponieren, sind sehr rar,
systematisch suchen kann man sie nicht, man kann nur
auf den Zufall hoffen. Wir wollten eigentlich ursprünglich
nur bekannte spanische Kinderlieder vertonen und diese
didaktisch nutzen. Mit der Musik, die jetzt in dem Kurs
enthalten ist, können wir ein Stück der Kultur
der spanisch sprechenden Welt zeigen. Das
halten wir für wichtig. Denn in der Regel ist es
nicht die Sprache selbst, die eine Bereicherung bedeutet,
sondern das tobende Leben, das sich hinter
der Sprache verbirgt. Allerdings kann man hier noch einige
gewichtige Anmerkungen machen: So wie der Musikmarkt
momentan organisiert ist,
stellt er nicht die bunte Vielfalt der Kulturen dieser
Welt da, sondern die graue Einheit eines von wenigen
Verlagen dominierten Marktes. Das Problem
hat einen Namen: Es heißt GEMA. Die GEMA tritt
auf mit dem Anspruch, die Rechte der Musiker zu schützen,
de facto schützt sie sie die Musik
der bekannten Verlage, da sie das Spektrum der spielbaren
Musik drastisch einschränkt. Sie verhindert, dass
im spanischen Kulturkreis bekannte Komponisten wie
Violeta Para, Eduardo Auto, Frederico Zitarrosa, Genaro
Osvaldo Rodríguez etc. etc. überhaupt vermarktet
werden. Die Argumentation, sie schütze
deren Rechte, ist fadenscheinig, weil (1) ohne Vermarktung
die Rechte sinnlos sind und (2) auch bestritten werden
kann, dass die GEMA den Komponisten überhaupt irgendwelche Tantiemen zufließen
lässt, wenn sie, wie dies teilweise zutrifft, über
diese nichts weiß. Die Repertoire Datenbank ist
nämlich teilweise fehlerhaft. Man findet dort Komponisten
gelistet, über die oder deren Erben die GEMA keine weiteren
Informationen hat. Es ist relativ schwierig, jemandem
Geld zu überweisen, über den man außer
dem Namen nichts weiß. Die Situation, dass das
GEMA Repertoire Komponisten beinhaltet, die eigentlich
gar nicht mehr in dahin gehören, weil
sie ihre Mitgliedschaft bei der GEMA selbst oder deren
Schwestergesellschaften nicht erneuert haben, ist teilweise
nachvollziehbar, teilweise hat
es System. Registrierte sich ein Komponist vor 50 Jahren
bei der GEMA oder einer ihrer Schwestergesellschaften,
dann ist er erstmal Mitglied
des Zusammenschlusses der Verwertungsgesellschaften.
So weit so gut. Stirbt er dann aber und weder er noch
seine Erben erneuern die Mitgliedschaft,
müsste er gelöscht werden. Dies geschieht,
nach den Recherchen des Autors, aber praktisch nie. Die
GEMA weigert sich selbst dann einen Komponisten
zu löschen, wenn sie klar darauf hingewiesen wurde,
dass ihre Angaben falsch sind. Man muss schon sehr gutgläubig
sein, um hier kein
System zu erkennen. Es ist sowohl für die Verwertungsgesellschaften
wie auch für die Verlage interessant, einen Anspruch
auf das musikalische
Weltrepertoire zu erheben. Für die Verlage bedeutet
es Eliminierung der Konkurrenz, weil ohne die GEMA das
tatsächlich gespielte Repertoire
drastisch größer wäre. Unternehmen wie
die infos24 GmbH würden dann tatsächlich nach
den Komponisten, bzw. deren Erben forschen und
Geld überweisen, bzw. wenn die Komponisten oder
Erben nicht auffindbar wären, Geld in soziale Projekte
stecken. Für die GEMA ist die kaum
substantiierte Behauptung, das Welterpertoire zu vertreten,
ebenfalls interessant. Je größer der Anteil,
der sich ihrer Kontrolle entzieht, desto geringer
sind die Einnahmen. Was für die Verlage oder für
die GEMA gut ist, muss aber nicht gut sein für die
kulturelle Vielfalt. Der Autor ist sehr dafür, dass
man sich über Raubkopierer und Ähnliches im
Internet unterhält. Er ist sehr dafür, klar
zu machen, dass Kreativität eine Infrastruktur braucht
und
ohne diese nicht existieren kann. Allerdings ist er auch
gegen Denkbarrieren und für Transparenz. Die Musikindustrie
bricht wohl nicht wegen den
Raubkopierern zusammen. Sie bricht zusammen, weil sich
die Kreativität neu organisiert, sich ein System
schafft, das ihrem Anliegen enstpricht.
In diesem System ist weder für die Verwertungsgesellschaften
noch für die Musikverlage Platz. Sie werden verschwinden
und das ist gut so. Die infos24
GmbH braucht weder die GEMA noch die Verwertungsgesellschaften
um die Kreativität, die um den Globus kreist, wachzurütteln.
Keiner braucht ein
bürokratisches Megamonster, dessen Funktionsweise
keiner mehr versteht. Und die Künstler brauchen
die dreimal nicht. Ein System, das im Grunde mit 400
Liedern funktioniert und immer das gleiche Geduddel durch
den Äther
sendet, ist völlig uninteressant. Ob die Bundesregierung
mit der Novellierung des Urheberrechts die wesentlichen
Aspekte des Problems erkannt hat oder ob man nicht doch
hätte ein bisschen mehr über GEMA und Co hätte
nachdenken können, ist inzwischen egal.
Die Welt ist bunt, die Welt ist rund und wer zu spät
kommt, den bestraft das Leben.
Wir danken Julián Rodríguez, Miroslava
Rodríguez Martínez, Cristina Rico, Ernesto
Araiza Monter und allen Mitgliedern der Gruppe Letras
Vivas.
näheres unter: Link
Die Lieder wurden komplett übersetzt (unter dem
Menüpunkt ejercicios). Ein sinnvolle Übung
ist es also, sich klar zu machen, was die Texte
bedeuten, die Wörter zu lernen und sich dann das
Lied ein paar Mal anzuhören. Die Lieder werden
ab März nächsten Jahres auch als CD (lauffähig
in jedem CD Player) verkauft. Hierfür wird in
Mexiko im Moment das Booklet erstellt, das die CD begleiten
wird und das die Texte didaktisch
aufarbeitet. Die kann man dann kaufen, das Geld schieben
wir zu 100 Prozent weiter. Sie fördern dann Kreativität
direkt, zu 100 Prozent und nicht über
den Umweg riesiger Bürokratieren. Davon haben
Sie ganz konkret was. Denn ohne Kreativität und
der Kultur hinter einer Sprache, ist eine Sprache
in etwa so interessant, wie ob in China ein Rad umfällt.
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